Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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In Leserbriefen und Kommentaren im Zusammenhang mit der Kurz-Tunnel-Initiative wird immer häufiger der im 2015 vom Stimmvolk abgelehnte Langtunnel wieder ins Spiel gebracht. Stellungnahme des Gemeinderats.

Bei einer Annahme der Volksinitiative für den Bau eines Kurz-Tunnels zwischen Bahnhof und Schützengarten, ist der Gemeinderat verpflichtet, sich an den Inhalt der Volksinitiative zu halten. Dieser lautet: "Der Gemeinderat Teufen wird hiermit angeregt, über einen Objektkredit von geschätzten CHF 10 Mio. für den Bau eine Kurz-Tunnels zwischen Bahnhof und Schützengarten abstimmen zu lassen.". Der Gemeinderat muss zwingend die Vorarbeiten (Projektierungs- und anschliessend Objektkredit) für einen Kurztunnel weitertreiben, ansonsten würde sich der Gemeinderat über zwei Abstimmungsergebnisse (Nein zum Langtunnel, JA zur Kurz-Tunnel-Initiative) hinweg setzen, was rechtlich unzulässig ist. (Gemeinderat Teufen)

Warum wurde noch nie über die Doppelspur abgestimmt?

Der Ausbau der Bahninfrastruktur unterliegt eidgenössischer Gesetzgebung (Eisenbahngesetz). Nach dieser sind die Bahnbetreiber für die Projektierung der Bahninfrastruktur verantwortlich. Die Kosten für diese Projekte trägt der Bund. Dritte, so z.B. Kantone und Gemeinden, können Projekt-Alternativen einbringen, müssen den finanziellen Mehraufwand jedoch selber tragen. Da die Doppelspur das Projekt der Appenzeller Bahnen AG ist und dementsprechend der Bund deren Finanzierung übernimmt, mussten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger noch nie über diese Variante abstimmen, da sie diese Variante nicht mitfinanzieren müssen. Bei einer Tunnellösung als Projekt-Alternative müsste die Gemeinde Teufen jedoch die Mehrkosten selbst tragen, weshalb das Stimmvolk diese Ausgaben gemäss Kompetenzordnung genehmigen muss. (Gemeinderat Teufen)

Würde bei Annahme der Initiative die Realisierung des Bahnhofkreisels entfallen?

Nein, der Kanton plant mit und ohne Doppelspur einen Kreisverkehr an der Bahnhofkreuzung. Auch im Falle eines "JA" zum Kurz-Tunnel hat der Kreisel seine Notwendigkeit, da die Prognosen zeigen, dass insbesondere der Autoverkehr in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen wird. Nur ein Kreisel kann das kommende Verkehrsaufkommen aufnehmen, die Post besser erschliessen, die Fussgängerquerung Speicherstrasse sicherer machen und die Radfahrenden nicht mehr mitten in der Kreuzung warten lassen. (Kantonales Tiefbauamt)

Ist es nach Inbetriebnahme der Durchmesserlinie Ende 2018 sowie nach der Realisierung der Doppelspur weiterhin möglich, das Dorfzentrum bei grösseren Anlässen zu sperren?

Nach Inbetriebnahme der Durchmesserlinie Ende 2018 bieten die Appenzeller Bahnen AG weiterhin Hand um den Bahnbetrieb während den Anlässen im Dorfzentrum vorübergehend einzustellen. Damit bleibt die heutige Praxis bestehen. (Gemeinderat Teufen)

Wie viele Parkplätze im Dorfzentrum müssten für die Doppelspurvariante weichen und ist geplant, für allenfalls wegfallende Parkplätze Ersatz zu schaffen?

Da die Planung sowohl der Doppelspur als auch der Gestaltung des Dorfzentrums noch nicht so weit fortgeschritten sind, kann diese Frage zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht beantwortet werden. Der Gemeinderat ist sich aber der Wichtigkeit dieser Kurzzeitparkplätze für das Gewerbe bewusst und wird bei einem Wegfall dafür besorgt sein, dass ein adäquater Ersatz geschaffen wird. (Gemeinderat Teufen)

Ist es richtig, dass bei der Tunnelvariante der Bahnhof unterirdisch zu liegen kommt?

Der Bahnhof muss bei der Realisierung einer Tunnelvariante tiefer gelegt werden. Nach heutigen Schätzungen kommt der Bahnhof bei einer Tunnelvariante ungefähr vier Meter unter dem heutigen Niveau zu liegen. (Gemeinderat Teufen)

Wie schnell können die neuen tramähnlichen Tangozüge anhalten? Ist der Bremsweg vergleichbar mit dem eines Autos?

Der Bremsweg der Tangozüge ist bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h um die Hälfte kürzer als bei den heute eingesetzten Zugskompositionen. Auf der geplanten Strassenbahn-Doppelspur gilt zudem Fahrt auf Sicht, die Bahn muss jederzeit vor einem stehenden Objekt anhalten können. Aufgrund der maximal möglichen Reibung zwischen Rad und Schiene sind die Bremswege der Tangozüge jedoch dennoch etwas länger als bei den Autos. (Appenzeller Bahnen AG)

Welche Auswirkung hätte der Tunnelbau auf die im Rahmen der Doppelspurvariante geplanten Verbesserungen der Schülervelospuren nach Niederteufen?

Nach heutigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass bei der Realisierung der Variante Kurz-Tunnel die restliche Strecke analog der heutigen Streckenführung bestehen bleibt  und lediglich die vorhandenen bahntechnischen Sicherheitsmängel behoben werden. (Gemeinderat Teufen) 

Hat die Bahn im Doppelspurbetrieb bei den Fussgängerstreifen Vortritt?

Auf Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung haben Fussgänger Vortritt. Einzige Ausnahme bildet die Strassenbahn, welche gegenüber dem Fussgänger im Vortrittsrecht ist. Diese Regelung gilt in der gesamten Schweiz. Es ist Teil der Verkehrserziehung, neue Verkehrsteilnehmer wie Schüler diesbezüglich zu schulen. (Kantonales Tiefbauamt)

Fallen die Fussgängerstreifen im Dorf weg?

Die Frage, ob und wo im neu gestalteten Dorfzentrum Fussgängerstreifen platziert werden, hängt nicht von der Frage Tunnel oder Doppelspur ab. Sie hängt von der Fusswegplanung der Gemeinde, von der Konzeption der Gestaltung und vom zukünftigen Verkehrsregime ab. Grundsätzlich gilt, dass in Tempo-30-Zonen keine Fussgängerstreifen vorgesehen sind. (Kantonales Tiefbauamt) 

Wie hoch wird das Risiko von Schäden durch Vibrationen, Erschütterungen und Setzungen durch den Tunnelbau an den darüberliegenden Liegenschaften eingeschätzt? Von wem müssten allfällige Reparaturkosten getragen werden?

Wahrnehmbare Erschütterungen und Vibrationen sowie messbare Setzungen sind beim Tunnelbau vor allem bei den Portalbereichen und bei geringen Überdeckungen vom Tunnel zur Oberfläche bzw. Fundamente von Gebäuden nicht auszuschliessen. Beim Kurztunnel betrifft dies die ganze Tunnellänge von ca. 360 Meter, insbesondere aber die portalnahen Tunnelabschnitte. Beschädigungen durch Erschütterungen sind kaum zu erwarten. Hingegen können unter Umständen Erschütterungen physisch (oder im Fall von Körperschall akustisch) wahrgenommen werden. Durch schonende Bauverfahren können diese reduziert werden. Zusätzlich können Bauzeiteinschränkungen hilfreich sein, um Störungen auf wenig sensible Tageszeiten einzugrenzen. Bezüglich der Setzungen werden die Bauverfahren und die Konstruktionsart so gewählt und berechnet, dass die Deformationen sehr klein zu erwarten sind. Geringe Beschädigungen wie z.B. Risse sind bei besonders exponierten Gebäuden aber nicht gänzlich auszuschliessen. Vor Baubeginn werden deshalb bei allen potenziell gefährdeten Gebäuden Zustandsaufnahmen (z.B. vorhanden Rissbilder, Abplatzungen etc.) gemacht. Bei potenziell gefährdeten Gebäuden werden Messgeräte zur Überwachung von Setzungen und Erschütterungen angebracht. Nachweislich durch die Tunnelbauarbeiten verursachte Schäden an Liegenschaften und Grundstücken müssen von der Bauherrschaft des Tunnelbauprojektes behoben und übernommen werden. (Gesamtprojektleiter für die Ortsdurchfahrt der Appenzeller Bahnen AG) 

Ist die Schätzung "Betrieb Kurztunnel ab ca. 2030" realistisch? Welche Verfahrens-, Bewilligungs- und Finanzhürden müssten genommen werden?

Vor Beginn der Detailprojektierung bzw. vor dem Baubeginn müssten zahlreiche wichtige Verfahrensfragen und technische Probleme geklärt und finanziell abschliessend und verbindlich beurteilt werden. Dies sind unter anderem (Aufzählung nicht abschliessend):
- Sicherstellung der Finanzierung der Projektierungs-, Bau- und Unterhaltskosten
- Verkehrssicherheit - den nötigen Platz schaffen für den Bahn-, Strassen- und Langsamverkehr im Bereich Schützengarten bis Elektro Nef
- Ausarbeitung eines bau- und sicherheitstechnisch bewilligungsfähigen Bauprojekts (inkl. Umweltverträglichkeitsprüfung)
- Erlangung einer rechtkräftigen Baubewilligung

Je nach Anzahl und Bedeutung der Einsprachen gegen das Projekt (mit denen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit gerechnet werden muss) kann alleine die Erlangung der rechtskräftigen Baubewilligung mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Ausschreibung, Realisierung und Inbetriebnahme des Bauprojekts selber dürfte ca. 3-4 Jahre dauern. Falls bis ca. 2023/2024 alle diesen Hürden erfolgreich genommen werden können, ist aus heutiger Sicht eine Inbetriebnahme zwischen 2026-2030 denkbar. (Die Antwort wurde von der Gemeindekanzlei aus mehreren Kanälen zusammengetragen)