29.01.2018 - Baumemorandum als Leitfaden für die bauliche Entwicklung

Wie soll die Dorfgestaltung in Teufen in Zukunft aussehen? Dieser Frage widmet sich eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Gemeinderätin Pascale Sigg-Bischof. Dabei geht es darum, gestalterische Zielvorstellungen für die verschiedenen Dorfteile zu definieren. Um dies zu erreichen, wird ein Arbeitsinstrument, das so genannte Baumemorandum, entwickelt. Es bildet die Grundlage von Zielsetzungen zur gestalterischen Entwicklung des Dorfes.

Das Baumemorandum bietet die Gelegenheit, Teufen als Ganzes zu analysieren und nicht nur Teilbereiche, wie das bis jetzt geschehen ist. Laut Sascha Koller, Architekt und Mitglied der Arbeitsgruppe „Gestaltung Dorfzentrum Teufen“ ist die Idee, eine architektonische Analyse der Quartiere und Weiler insbesondere im Hinblick auf vertraute Bilder, Formen, Farben und Materialien zu erstellen. Es biete zudem die Gelegenheit festzustellen, welcher Bestand damals vorhanden war. Der grosse Vorteil besteht jedoch darin, allfällige Entwicklungsszenarien abzuleiten. Als Beispiel führt Koller das Zentrum von Teufen an. Früher gab es, wie auf alten Bildern zu sehen ist, einen richtigen Dorfplatz. Dieser wurde im Laufe der Zeit durch die Infrastrukturbauten aufgehoben. Solche Hinweise können auch Ideen darüber liefern, wie das Zentrum in Zukunft aussehen könnte.

In die Zukunft gerichtet

Ein Baumemorandum ist keineswegs nur für Spezialisten. Es ist vor allem für Laien gedacht, da es in einer verständlichen Sprache abgefasst ist. „Wichtig in diesem Zusammenhang ist zu wissen, dass ein Baumemorandum kein Gesetz ist. Es soll Chancen aufzeigen und ein Leitfaden für die bauliche Entwicklung sein“, sagt Koller. Im Übrigen ist das Baumemorandum ein unverzichtbares Instrument für die Arbeitsgruppe, sowie auch für die Planungs- und Baubewilligungskommission. Diese beschäftigen sich nicht nur mit der nahen sondern – was noch viel wichtiger ist – mit der weiteren Zukunft. Es ist deshalb wichtig aufzuzeigen, was für die nächsten dreissig bis fünfzig Jahre alles möglich ist.

Der Auftrag für ein solches Baumemorandum wurde Prof. Christian Wagner in Chur erteilt. Es geht vor allem darum, die vorhandenen historischen und neuzeitlichen Merkmale mit siedlungsprägendem Charakter in den einzelnen Weilern zu ermitteln und die gestalterischen Eigenschaften des Siedlungsgebietes und die spezifischen Besonderheiten innerhalb des Parameters zu analysieren. Dazu gehören, wie bereits erwähnt, auch Fotoaufnahmen und die Auswertung der Bilder mit den historischen Strassenzügen und die Analyse der Baukörper und der Fassaden.

      

Alte Bilder können Ideen liefern, wie sich das Dorf weiterentwickeln kann.
(Bilder: AR Mittelland um 1900)

Parkierung als zentrales Thema

Mit dem Potential einer möglichen Entwicklung in Teufen beschäftigt sich mit den Landschaftsarchitekten von „Kollektiv Nordost“ noch ein weiteres Büro. Neben den klassischen Disziplinen wie Städtebau, Objektplanung und Gartenkunst geht es hier um die eigentliche Landschaft und den Aussenraum. Dieses Büro hat gemäss Koller die Aufgabe, den Teilbereich im Dorfzentrum zu analysieren. Die Ergebnisse daraus bilden die Grundlage für das weitere Vorgehen. „Eine solche Analyse braucht es, um zu verhindern, dass bei einem Varianzverfahren später zu viele Lösungen präsentiert werden, welche sich grundsätzlich unterscheiden“, ist Koller überzeugt. Er wehrt sich gegen den Eindruck, dass vieles durch viele Personen analysiert wird, ohne dabei konkrete Ergebnisse auf dem Tisch zu haben. Neben dem vorhin erwähnten Dorfzentrum gilt es in Teufen auch die Parkierungsthematik anzugehen. „Wenn wir im Dorf etwas Neues gestalten wollen, müssen zwangsläufig Parkplätze verschoben werden. Deshalb gilt es nach Ersatzlösungen oder Strategien mit einem Mehrwert zu suchen“, meint Koller weiter. Diese Aufgabe haben Studenten der HTW Chur übernommen. Mit wenig Finanzaufwand können innert relativ kurzer Zeit entsprechende Lösungsansätze präsentiert werden, die dann weiter verfolgt werden. Nach Koller besteht die Gefahr nicht, dass die Ergebnisse aus den Analysen in einer Schublade verschwinden. Zu ehrgeizig und anspruchsvoll sei das Projekt der Neugestaltung des Dorfzentrums.

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Anlässlich der öffentlichen Orientierung am 14. Februar über die Gemeindevorlagen für die Abstimmung vom 4. März wird auch umfassend über den Stand der Arbeiten im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Dorfzentrums Teufen informiert.

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Sascha Koller (50) ist Mitglied der Arbeitsgruppe „Gestaltung DorfzentrumTeufen“. 1993 hat er das Studium als Architekt an der ETH Zürich abgeschlossen. Seit zehn Jahren ist er selbständig. Bis 2017 als Partner in einem grösseren Architekturbüro, seit Mitte 2017 betreibt er in Teufen unter dem Namen SAKO Sascha Koller Architekt ETH/SIA ein eigenes Büro.

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